Mittwoch, Februar 28, 2007

bobi - Der Brand Online Buzz Index

Ab morgen darf man gespannt sein: der Dienstleister für Internetmarketing und -marktforschung ethority bringt den ersten Index für Word of Mouth zu Marken aus einer Vielzahl von Branchen an den Start. Dieser erfasst nicht nur Blogs, sondern auch Onlineforen, die als wesentlich relevanter im Kaufentscheidungsprozess und reichweitenstärker in der aktiven Diskussion rund um Marken beurteilt werden.

Das dürfte eine aufschlussreiche Quelle für zukünftige Analysen zum Web 2.0 sein. Zu erwarten ist außerdem, dass dies eine wichtige Grundlage für zielgerichtetes Marketing der enthaltenen Marken werden wird.

>> E-Commerce-Blog
>> Connectedmarketing
>> Bernd Röthlingshöfer

Edit: 01.03.07
>> Und da isser: ethority bobi

Geschäfte mit dem Mythos der Verlinkung

Zeige mir, wen du kennst und ich sage dir, wer du bist...

Bei Klaus Eck habe ich eben entdeckt, welche tollen Geschäftsmodelle mit der Sucht nach Vernetzung möglich sind: man kann sich für schlappe 99ct./Monat Fake-Kontakte in MySpace leasen - mein Freund Harvey 2.0.

Früher mietete man sich tolle Kleidung um einen besonderen Status auszudrücken, heute ist Kleidung in Niedriglohnländern produziert und über eBay gehandelt sehr günstig, least man sich also gute Kontakte. Die Frage ist allerdings, ob einen diese Fake-Kandidaten auch mit anderen tollen Leuten vernetzen können, oder ob man damit eigentlich nur mit der ganzen Mischpoke von Verlierern vernetzt ist, die sich Prämium-Kontakte least...

Mittwoch, Februar 21, 2007

Doch kein Skandalfernsehen: "Teenager außer Kontrolle" (RTL)

Haben einige übereifrige Blogger schon Skandale gewittert, zeigte sich die Sendung "Teenager außer Kontrolle - Letzter Ausweg Wilder Westen" auf RTL doch ganz zivilisiert. Was RTL da aufgebaut hat ist ganz und gar kein Boot Camp, sondern nur die Wüstenei einer erweiterten Supernanny mit leichtem Unterbiss. Biss hat sie, wenn sie wie ihre Kollegin auf deutschem Familienbesuch klare Regeln und Sanktionen aufstellt. So einfach ist das. Der Rest ist ein sehr pädagogischer Campingausflug in die Wüste. Nett mit anzusehen und auch mit starkem Serieneffekt (wie wirde es wohl mit diesen gefallenen Jugendlichen noch ausgehen?). An einigen Stellen wirkte es seltsam gestellt - besonders in den Vorstellungsclips der Jugendlichen. Da fragt man sich allerdings, wie es um die Authentizität des Restes bestellt ist.

Niedlich: der knuffige Onkel Cowboy der mit Raufbolden Indianisch spricht und sie damit zähmt wie einen wilden Mustang. Die alten Motive ziehen auch hier.

>> Xantya´s Leben
>> Effekthascherei im TV
>> Mama, Papa und RTL – edutain me!

Donnerstag, Februar 15, 2007

Dienstag, Februar 13, 2007

Bolz: Web 2.0 wird eine ernst zu nehmende Konkurrenz zum Journalismus

Ein sehr interessanter und sehenswerter Beitrag vom NDR, in dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz zu Wort kommt, prophezeiht mit recht überzeugenden Argumenten, dass Web 2.0 zukünftig in eine ernste Konkurrenz zum Profijournalismus treten wird.

Einer der Gründe: die Mediennutzung verändert sich. Jugendliche haben eher einen Anspruch an Authentizität als an Objektivität. Hier zeigt sich insbesondere das Zusammenspiel von Kultur und Technik. "The machine is always social before it is technical" (Gilles Deleuze), und jetzt zeichnet sich ab, welches Bedürfnis dahinter steckt. DSL, Flatrates und Digitalkameras für jedermann ermöglichen das neue Kommunikationsverhalten und es darf erwartet werden, dass die Objektivität des Journalismus gegenüber einer kollektiven Subjektivität in den Hintergrund tritt.

Möglicherweise ist es der wissenschaftliche Spiegel des allgemeinen Hypes. Aber eine Frage die sich aufdrängt ist, ob der konstatierte Wunsch nach authentischer Information nicht der allgemeinen Mediensozialisation entspringt. Es sind seit Durchsetzung des privaten Rundfunks vor allem die "authentischen" Formate wie Daily-Talk oder Big Brother, die den Tag füllen. Unterhaltung wird hier als Information über die Welt formatiert. Damit werden Jugendliche heute in ihrem Medienkonsum sozialisiert. Früher war die Tagesschau das Highlight des Informationsprogramms und das für jung und alt, heute sind diese Unterhaltungsmischformen in der jüngeren Zielgruppe dominant. Eines dieser Mischformate, RTL Explosiv, arbeitet auch mit der Strategie, allen Berichten eine subjektive und "authentische" persönliche Note zu geben.

Geht man nun allerdings davon aus, dass diese authentischen Berichte aus dem Leben anderer Leute vor allem in der Pubertät zum Austesten von Rollenverhalten genutzt werden und danach kaum noch eine Rolle spielen (wie alt ist das Durchschnittspublikum dieser Sendungen?), darf man vermuten, dass mit der Reife der Wunsch nach authentischer Information dem Wunsch nach objektiver Information weicht. These: für ein Publikum ab ca. 24 werden die "klassischen" Medien mit objektiver journalistischer Berichterstattung immer eine bedeutende Rolle spielen. Blogs wird es natürlich immer geben, aber nicht als Ersatz einer objektiven und umfassenden Tagesinformation. Schon allein, weil der Redaktionsaufwand - alles Wichtige eines Tages auszuwählen und zu lesen - vom Leser selbst übernommen werden muss.

>> via Klaus Eck >> via Robert Basic

Samstag, Februar 10, 2007

Studie zum Web 2.0 und seiner Nutzung

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die result GmbH (Markt- und Medienforschung) die in Zusammenarbeit mit der Medienforschung des SWR entstandene Studie "Web 2.0: Begriffsdefinition und eine Analyse der Auswirkungen auf das allgemeine Mediennutzungsverhalten". Darin sind einige sehr interessante Aspekte enthalten, wie etwa die Zahlen zur Onlinenutzung, die bereits 2006 in der ARD/ZDF-Onlinestudie ermittelt wurden: hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung nutzen 12 % das Web 2.0, 47% nutzen zwar das Internet, nicht aber die spezifischen Web 2.0-Angebote und 41 % nutzen das Internet gar nicht. Gemessen an den Onlinern ist das Verhältnis (2006) immer noch 20 zu 80 Prozent. Es wird interessant werden, zu beobachten, wie sich das neue Nutzerverhalten (denn das ist es, was 2.0 von 1.0 unterscheidet: nicht die Technik, sondern das Nutzerverhalten von passiv zu aktiv) 2007 entwickeln wird. Eine wirklich griffige und trennscharfe Definition des Web 2.0 liefert diese Studie leider nicht.

Etwas seltsam wirkt allerdings das ermittelte Verhältnis von aktiver und passiver Nutzung des Web 2.0: 43 % partizipieren passiv und eine Mehrheit von 57 % aktiv. Die aktive Nutzung ist dabei sogar sehr eng definiert: „Aktiv partizipierende Nutzer sind entweder: 'produzierende Nutzer', die mehr als einmal im Monat Beiträge in mindestens einem der sechs Bereiche veröffentlichen, und/oder 'kommunizierende Nutzer', die mehr als fünfmal im Monat Kommentare oder Diskussionsbeiträge abgeben".

Dieses Ergebnis widerspricht der 90-9-1 Regel für die Nutzung von Communities, die besagt, dass 90% in Foren/Communities nur lesen, 9% hin und wieder eigene Beiträge schreiben und nur 1% sich regelmäßig aktiv beteiligt. Was führt also zu dieser aktiven Mehrheit in der Result-Studie? Offensichtlich wurde als Grundlage für diese Studie eine Mehrheit aktiver Nutzer ausgewählt (wie führt man so eine Studie durch - man schreibt Blogger an oder man bittet auf Web 2.0 Seiten um Mithilfe). Es ist immer noch sehr wahrscheinlich, dass diejenigen Nutzer, die das Web 2.0 - insbesondere Blogs und Communities passiv nutzen und dort von Suchmaschinen hingeleitet werden, wenn sie nach Informationen suchen, überhaupt nicht wissen, dass sie Blogs oder Foren bzw. Web 2.0 lesen. Allenfalls registrieren sie, dass man sich dort selbst registrieren könnte, um Fragen zu stellen oder dass die Seite "irgendwie komisch" aussieht und nicht ganz dem entspricht, was sie suchen. Es scheint, als hätte die Studie diese Nutzer überhaupt nicht berücksichtigt. Das beste Beispiel ist Wikipedia: Web 2.0 im besten Sinne der Definition, von Abertausenden genutzt, aber nur von den Allerwenigsten aktiv oder überhaupt mit Bewusstsein 2.0. Es ist zu vermuten, das viele Nutzer denken, es handele sich um eine kostenlose Enzyklopädie - ohne zu hinterfragen, wie diese entstanden ist oder warum sie überhaupt kostenlos angeboten werden kann.

Abgesehen davon ist es natürlich einleuchtend und eine notwendige Eigenschaft des Web 2.0, dass die aktive Nutzung überwiegt - bei denen, die es bewusst nutzen (offensichtlich diejenigen, die für die Studie befragt wurden).